Gedenkstättenfahrten-Support


2005 gründete sich eine NRW-weite Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel setzte, für an antifaschistischer Arbeit und am Thema Nationalsozialismus interessierte Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, mit einer gut vorbereiteten Gruppe die Gedenkstätte Auschwitz in Oświęcim (Polen) zu besuchen.

Wie kein anderer Ort gilt der Lagerkomplex von Auschwitz als Schauplatz nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Mindestens 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden hier ermordet. Hauptmotivation für die Initiator*innen der ersten Fahrt war die Erkenntnis, dass bald keine Auschwitz- bzw. Holocaust-Überlebenden als Zeitzeug*innen mehr zur Verfügung stehen würden. Und so brach Anfang September 2006 eine 24-köpfige Gruppe – darunter diverse Student*innen aus Düsseldorf, aber auch aus anderen NRW-Städten – mit dem Zug zur ersten Fahrt der später in „Arbeitskreis Gedenkstättenfahrten“ benannten Arbeitsgruppe nach Oświęcim auf.

Bis heute wurden es zehn Fahrten. Auf diesen Reisen gehen die Teilnehmenden vor Ort in Begleitung von Historiker*innen den Spuren von Entmenschlichung und Vernichtung, aber auch denen von Widerstand und Selbstbehauptung nach. Der viertägige Aufenthalt in Oświęcim umfasst unter anderem mehrere Besuche der ehemaligen Lager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau), die Auseinandersetzung mit der Stadt Oświęcim (Geschichte und Gegenwart) und ein Zeitzeug*innengespräch. Hinzu kommt ein Besuch der Stadt Kraków, wo die Geschichte des dortigen jüdischen Lebens und insbesondere das Krakauer Ghetto und das KZ Plaszow im Vordergrund stehen.

In einer aktuellen Selbstdarstellung des vom AStA der HSD und von der HSD unabhängigen „AK Gedenkstättenfahrten“ heißt es: „Wir agieren selbstorganisiert, unabhängig und nichtkommerziell.“ Von Anfang an gab es für diese Initiative Support von der Studierendenschaft der (Fach)Hochschule Düsseldorf.

Im Frühjahr 2012 – nach fünf Auschwitzfahrten – wurde vom Studierendenparlament zudem eine dem AStA unterstellte Projektstelle auf Minijobbasis zur „Unterstützung der Arbeit des NRW-weit tätigen Arbeitskreises Gedenkstättenfahrten“ eingerichtet, ausgeschrieben und ab dem 1. Juni 2012 besetzt. Das Fahrtenangebot wurde auf dieser Grundlage immer weiter ausgebaut, es kamen neben den Auschwitz-Fahrten weitere Angebote hinzu: jährliche fünftägige Fahrten nach Tschechien (aktuell in Kooperation mit dem Erinnerungsort Alter Schlachthof) mit den Stationen Prag, Lidice, Lety und schwerpunktmäßig Terezín (ehemals Theresienstadt), jährliche einwöchige Fahrten nach Ostpolen auf den Spuren der Opfer und Täter*innen der „Aktion Reinhardt“, viertägige Fahrten zur Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück (Brandenburg), dreitägige Fahrten in die KZ-Gedenkstätte Dachau (Bayern) und eintägige in die „Euthanasie“-Gedenkstätte Hadamar (Hessen). Zu jeder Fahrt gib es ein- bis zweitägige Vorbereitungsseminare. Weitere Fahrtenangebote sind in Planung.

Wer erfahren möchte, welche Fahrten aktuell angeboten werden, wende sich bitte per E-Mail an ak-gedenk@gmx.net oder an die Mail-Adresse des Projekts Gedenkstättenfahrten-Support gedenkfahrten-support@asta-hsd.de Gerne helfen wir auch nach Kräften weiter, wenn ihr eigene Fahrtenangebote planen möchtet.